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« Wer keine Visionen hat, vermag weder grosse Hoffnungen zu erfüllen, noch grosse Vorhaben zu verwirklichen. »Philippe Hort, Geschäftsführer

Der Nocebo Effekt

Der sogenannte Nocebo-Effekt ist im Grunde nur eine sich selbst erfüllende, negative Prophezeiung. Dieser Effekt, der wörtlich übersetzt bedeutet „Ich werde schaden“ tritt dann ein, wenn Menschen davon überzeugt sind, dass sich Medikamente oder Handlungen schädlich auf ihre Gesundheit auswirkt. Die Folge: Die Betroffenen werden tatsächlich krank. Oftmals sind es die Warnungen von Ärzten oder auf Beipackzetteln vor den Nebenwirkungen. Patienten haben nicht selten die Erwartung, dass sie diese Nebenwirkungen auch wirklich verspüren, weshalb sie krank werden. Humanmedizinisch lässt sich in aller Regel auch keine Verbesserung dieses Zustandes erreichen. In der Hypnosetherapie Ausbildung lernen die angehenden Therapeuten hingegen, wie sie den Betroffenen dabei helfen können, diese Erwartungshaltung erfolgreich zu bekämpfen.

Mögliche Auslöser für den Nocebo-Effekt

Ein Thema in der Hypnose Ausbildung ist unter anderem die Sensibilisierung für mögliche Auslösersituationen. Dazu gehört beispielsweise nach einer Operation die Frage des Arztes, ob ihm übel sei. Der Patient ist nach der Narkose oft noch nicht ganz bei Bewusstsein, fokussiert sein Denken auf die Übelkeit und spürt das entsprechende Gefühl tatsächlich. Aber auch Verunsicherung kann eine Rolle spielen, etwa wenn ein Arzt ein Mittel ausprobieren möchte und dies dem Patienten auch so mitteilt.

Besonders betroffen von diesem Effekt sind chronisch Kranke, die schon einige erfolglose Therapien hinter sich haben, wie britische und deutsche Forscher im Fachblatt „Science Translational Medicine“ feststellen. Denn in diesem Fall gehen die Patienten bereits mit der negativen Erwartungshaltung, dass auch dieser Versuch ihnen nicht helfen wird, in die Therapie. In der Hypnose Ausbildung wird vermittelt, wie diese negative Erwartungshaltung durchbrochen und durch eine positive ersetzt wird.

Eine Hilfestellung für die Betroffenen

Ein wichtiges Element in der Hypnose-Ausbildung ist ferner die Vermittlung der nötigen Sensibilität für die Betroffenen. So kann der Therapeut den Betroffenen dabei helfen, zu lernen, die im Beipackzettel angegebenen Informationen richtig einzuschätzen und dies während der Hypnosetherapie aufnehmen. Die möglichen Nebenwirkungen werden von den Herstellern nämlich nicht genannt, um den Patienten zu informieren, sondern um sich gegen eventuelle Schadenersatzansprüche rechtlich einwandfrei abzusichern. Denn dieser Aspekt kommt in einer humanmedizinischen Praxis oft meist zu kurz, was mehrere Gründe hat: Zum einen herrscht hier ein großer Termindruck, sodass der Arzt nicht die Zeit hat, explizit auf die Befindlichkeiten des Patienten einzugehen. Das gilt insbesondere für Patienten mit einer labilen Psyche oder psychischen Problemen. Zudem fehlt dem Allgemeinmediziner auch die entsprechende psychologische Ausbildung, um beispielsweise sensibel auf Menschen mit einer Angstproblematik einzugehen, die als besonders anfällig für den Nocebo-Effekt gelten.