Mindventure
« Wer keine Visionen hat, vermag weder grosse Hoffnungen zu erfüllen, noch grosse Vorhaben zu verwirklichen. »Philippe Hort, Geschäftsführer

Newsletter: Wonach sehnst du dich wirklich?

Das Jahr 2021 hat ein wenig anders begonnen als die Jahre zuvor. Der Jahreswechsel war stiller und eingeschränkter - genau so, wie sich das Leben für viele Menschen gerade anfühlt. Gleichzeitig ist da diese Sehnsucht, endlich wieder all jene Dinge zu tun, die im Moment nicht möglich sind.  

Und es sieht ganz so aus, als gäbe es bald ein Licht am Ende des Tunnels: Vielleicht dürfen wir die Freiheiten, die wir so vermissen, bald wieder leben: Ins Kino, Konzert oder Restaurant gehen, feiern, reisen und ansonsten einfach tun und lassen, was wir möchten… hätten wir je gedacht, dass wir uns nach diesen Selbstverständlichkeiten eines Tages sehnen würden?

Wenn Menschen eine Durststrecke durchstehen müssen, versuchen sie meist, sich mit diesem Gedanken zu motivieren: Wenn diese Zeit endlich vorbei ist, wenn ich mein altes Leben wiederhabe, dann ist alles wieder in Ordnung, dann bin ich wieder glücklich. Dieser Wunsch ist ebenso nachvollziehbar wie verständlich, vermissen wir doch meist genau das, was wir gerade nicht tun können oder was wir nicht haben. Aber machen all diese Dinge wirklich glücklich?

In meinem letzten Newsletter ging es um die Frage, warum die vielen guten Vorsätze am Jahresbeginn so oft nicht funktionieren. Der Grund dafür ist, dass unser „Wenn-ich-dieses-Ziel-erreicht-habe-bin-ich-glücklich-Mantra“ nicht der Funktionsweise des menschlichen Gehirns entspricht. Die wahre Glücksformel unseres Gehirns funktioniert nämlich genau anders herum: Wir laufen dann zur Höchstform auf, wenn wir uns glücklich fühlen. Und zwar jetzt, und nicht irgendwann in der Zukunft. Daher wirkt die Vorstellung, dass alles besser werden wird, wenn wir nur lange genug durchhalten, nur kurzfristig motivierend. Denn es ist nicht der ersehnte Zustand, der uns glücklich macht.

Hand aufs Herz: Selbst wenn wir wieder nach Herzenslust reisen und feiern dürfen - ist alles, was wir als unser „Leben vor Corona“ bezeichnen, wirklich ein rundum glückliches Leben gewesen? Oder scheint es nur diese besondere Strahlkraft zu besitzen, weil wir für eine Weile darauf verzichten mussten? Anders herum gefragt: Sind die Dinge, die du am meisten vermisst, tatsächlich die Dinge, die dir am meisten guttun? Oder haben sich in den letzten Monaten deine Prioritäten verändert? Vielleicht gibt es sogar etwas, das du in Zukunft ganz anders machen möchtest!

Unser Leben wird ein anderes sein

Es gibt keine „Reset-Taste“, die die vergangenen Monate ungeschehen macht und uns alle zurück auf Los schickt. Der griechische Philosoph Heraklit sagte einmal: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Warum? Weil sich beim zweiten Mal sowohl der Fluss als auch der Mensch verändert haben. Anderes Wasser ist nachgeflossen, und auch Menschen haben die Fähigkeit, sich im Leben weiterzuentwickeln.

Die Welt hat sich verändert, und auch wir haben Reifungsprozesse durchlaufen. Vielleicht liegt die Bedeutung dieser Phase, die wir gerade erleben, in ihrem Transformationspotential. Vielleicht zeigt sie dir ein paar verborgene Themen, die jetzt aufgedeckt werden wollen. Denn möglicherweise haben all jene Aspekte, nach denen du dich am meisten sehnst, einen tieferen Grund. Ist es Freiheit, Abwechslung, Abenteuer, Sinn, Nähe oder etwas ganz anderes, was dir in deinem Leben fehlt? Welche Themen auch dahinterstecken mögen, jetzt hast du die Chance, diese aufzulösen und dein Leben ganz neu auszurichten.

Vielleicht möchtest du künftig mehr Zeit für dich selbst oder für gute Beziehungen haben. Vielleicht hast du festgestellt, dass du eine berufliche Veränderung brauchst. Vielleicht möchtest du dich um ein Projekt kümmern, welches du als wirklich sinnvoll empfindest. Was immer es auch ist - es gibt nur einen einzigen guten Vorsatz, der wirklich dauerhaft funktioniert: Sorge dafür, dass das, was dich glücklich macht, bereits jetzt in deinem Leben ist.

Die folgenden Fragen helfen dir dabei, ganz bewusst den Fokus auf das zu richten, was du in den letzten zwölf Monaten Positives erfahren und erlebt hast:

  • Was ist dir wirklich wichtig im Leben?
  • Was hat dich tief bewegt?
  • Gab es eine Situation oder ein Erlebnis, dass dich glücklich gemacht hat?
  • Gibt es Ressourcen oder Stärken, die du neu in dir entdeckt hast?
  • Welches Gefühl ist tief in deinem Herzen? Gibt es etwas, dass du unbedingt tun oder ein Ziel, welches du verfolgen möchtest? 
  • Was brauchst du künftig nicht mehr?

Was immer du auch erkennen magst: Ich wünsche dir von Herzen, dass all das, wonach du dich sehnst, nun in dein Leben kommen darf – ich welcher Form auch immer!

Dein Philippe