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« Wer keine Visionen hat, vermag weder grosse Hoffnungen zu erfüllen, noch grosse Vorhaben zu verwirklichen. »Philippe Hort, Geschäftsführer

Phantomschmerzen und Hypnose

Mit dem Problem von Phantomschmerzen sind vor allem Menschen vertraut, die in militärischen Kampfeinsätzen mitgewirkt haben oder die in instabilen Krisengebieten aufgewachsen sind. Denn als Phantomschmerzen werden jene Schmerzen bezeichnet, welche die Betroffenen an Gliedmaßen verspüren, die amputiert wurden, also gar nicht mehr vorhanden sind. Und diese Schmerzen verfolgen die Betroffenen nicht nur in den Monaten nach der Amputation, sondern sogar Jahre oder Jahrzehnte später, wie zahlreiche Beispiele von Verwundeten aus dem Zweiten Weltkrieg zeigen. Eine konventionelle Behandlung ist jedoch insofern schwierig, weil die Betroffenen in aller Regel ein traumatisches Erlebnis mit jener Verletzung verbinden, welche die Amputation zur Folge hatte. In der Hypnose Ausbildung lernen die angehenden Therapeuten hingegen eine schnelle und effektive Methode, durch welche sie ihren Klienten helfen können, ihre Phantomschmerzen zu überwinden.

So oft treten Phantomschmerzen auf

Bis zu 80 Prozent aller Patienten, die eine Amputation hinter sich haben, verspüren nach wie vor Empfindungen an den amputierten Gliedmaßen – in den meisten Fällen handelt es sich bei diesen Empfindungen um Schmerzen. Feststellen lässt sich auch, dass diese Schmerzen auch nach der Entfernung von anderen Körperteilen auftreten können, etwa nach einer Zahnextraktion. Weil das entsprechende Gliedmaß kürzer ist, haben die Betroffenen oft das Gefühl, es befinde sich in einer verdrehten oder schmerzhaften Person. In einigen Fällen verschlimmert sich der Schmerz sogar, wenn äußere Faktoren wie ein Witterungsumschlag, Angstzustände oder Stress hinzu kommen.

Wie werden Phantomschmerzen behandelt?

In der Vergangenheit waren Schulmediziner davon ausgegangen, dass die Schmerzen in einem Zusammenhang mit den abgetrennten Nervenenden an den betreffenden Gliedmaßen in einem Zusammenhang stehen. Therapien, die auf dieser Annahme basierten, erwiesen sich jedoch als wenig erfolgreich – im Gegenteil verschlimmerten sich die Schmerzen in vielen Fällen sogar noch.

Zu den gängigen Therapiemethoden gehört in der Schulmedizin heute unter anderem die Rückenmarkstimulation. Bei dieser Behandlung erfolgt eine Stimulation des Rückenmarks durch Elektroden, wodurch die Impulse, die von den amputierten Gliedmaßen ans Gehirn geleitet werden, überlagert werden. Bei anderen Behandlungsmethoden kommen hingegen Medikamente wie Antidepressiva oder Neuroleptika zum Einsatz.

Den Phantomschmerz mit Hypnose besiegen

Im Grunde werden in der Hypnose Ausbildung jene Techniken vermittelt, die bereits Milton Erickson, einer der Väter der klassischen Hypnosetherapie, angewendet hatte, um die Phantomschmerzen von seinen Klienten zu nehmen: Einem Patienten war in einem russischen Lazarett ein Bein amputiert worden. Schon während seines Aufenthalts im Lazarett war ihm klar geworden, dass er den elterlichen Betrieb aufgrund seiner Behinderung nicht übernehmen würde können. Dies hätte ihm jedoch sehr viel bedeutet und sein Selbstwertgefühl war entsprechend am Boden zerstört. Erstmals traten die Schmerzen nach dieser Erkenntnis auf.

Erickson ließ seinen Patienten die traumatische Situation unter Hypnose mehrfach erneut durchleben. Und schließlich lenkte er die Ängste und Gedanken aus der Vergangenheit um, sodass sich der Patient nunmehr auf das Leben, welches er in Zukunft tatsächlich führen würde, fokussierte. In der Hypnose Ausbildung lernen die Therapeuten also, wie sie die mit der Amputation verbundenen negativen Emotionen durch positive ersetzen und ihren Klienten vermitteln, dass ihr Leben trotz allem noch lebenswert ist.