Mindventure
« Wer keine Visionen hat, vermag weder grosse Hoffnungen zu erfüllen, noch grosse Vorhaben zu verwirklichen. »Philippe Hort, Geschäftsführer

Gehirnareale, die Funktionen der anderen übernehmen können

Selbstverständlich müssen sich die angehenden Therapeuten im Zuge ihrer Hypnose Ausbildung auch mit Themen befassen, die eher im Bereich der Humanmedizin angesiedelt sind. Dadurch lassen sich mitunter Fehldiagnosen und -behandlungen vermeiden. So gilt beispielsweise Antriebslosigkeit als klassisches Symptom einer Depression. Es kann aber sehr wohl sein, dass die Betroffenen schlicht und ergreifend unter einem Eisenmangel leiden. Auch wenn dieses wichtige Spurenelement im Körper fehlt, führt das dazu, dass sich die Betroffenen müde und abgeschlagen fühlen und keinerlei Antrieb haben. In der Hypnose Ausbildung lernen die angehenden Therapeuten also auch, wie sie ihre Klienten in der ärztlichen Behandlung unterstützen können.

Im Fokus des Interesses in der Hypnose Ausbildung steht aber natürlich das Gehirn, welches gewissermaßen die Steuerzentrale des menschlichen Körpers darstellt, in welcher sämtlichen bewussten und unbewussten Vorgänge koordiniert werden.

Wenn das Gehirn Probleme macht

Beim Gehirn handelt es sich um ein äußerst komplexes System innerhalb des menschlichen Körpers, welches sehr empfindlich auf innere und äußere Einflüsse reagiert. So haben Schädel-Hirn-Verletzungen für die Betroffenen teilweise gravierende Folgen haben, die sogar dazu führen können, dass sie einen ihrer fünf Sinne verlieren. Zwar ist ein Schaden am Gehirn in vielen Fällen irreparabel, jedoch lässt sich dieser Schaden entgegen der landläufigen Meinung sehr wohl ausgleichen – zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Der Grund: Andere, meist ungenutzte, Areale des Gehirns, übernehmen die Aufgaben des geschädigten Teils. So lässt sich etwa feststellen, dass bei Menschen, die einen ihrer Sinne verloren haben, die anderen Sinne dafür umso stärker ausgeprägt. So kompensiert ein gehörloser Mensch den Ausfall dieses Sinns dadurch, dass die anderen stärker ausgeprägt sind. Und wie Wissenschaftler aus Deutschland, Kanada und den USA im Rahmen eines interdisziplinären Projektes herausfanden, nutzen die Gehörlosen dabei sogar Teile des Gehirns, welche eigentlich für den Hörsinn reserviert sind.

Wie sind die Forscher vorgegangen?

Die Forscher hatten im Rahmen ihrer Arbeit bei gehörlosen Tieren zeitweise Areale des Gehirns deaktiviert, welche für den Hörsinn genutzt werden. Dabei stellten sie fest, dass die Tiere daraufhin überdurchschnittlich gute visuelle Fähigkeiten entwickeln. Ferner fanden sie heraus, dass für zwei unterschiedliche visuelle Fähigkeiten, die überdurchschnittlich ausgeprägt sind, zwei Hörareale notwendig sind. Gehirnareale, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, sind hingegen nicht beteiligt.

Dank dieser Fähigkeit des Gehirns, sich komplett neu zu organisieren, finden sich die Betroffenen also auch ohne diesen Sinn in der Welt bestens zurecht. Allerdings hat dies auch einen Nachteil: Denn die funktionale Einheit der entsprechenden Areale wird durch die Reorganisation zerstört.